INFORMATIONSPORTAL REGIONALVERMARKTUNG NIEDERSACHSEN

„Bauernmärkte“ immer beliebter

Aktuelle Studie der Marketinggesellschaft: Zahl der „Bauernmärkte“ gestiegen – aber nur auf dem Land.

12.10.2016

Auf dem Land, beziehungsweise in kleinstädtischen Regionen in Niedersachsen, gibt es immer mehr „Bauernmärkte“. Das hat die Marketinggesellschaft in ihrer aktuellen Erhebung zur Entwicklung der Regionalvermarktung 2015/2016 festgestellt. Die Zahl der Märkte im ländlichen Raum  hat sich im Vergleich zur letzten Befragung im Jahr 2006 verdoppelt. In den großen Städten Niedersachsens und in Bremen blieb die Anzahl im Vergleichszeitraum dagegen konstant.

Was ein „Bauernmarkt“ ist, wird von den befragten Marktsprechern allerdings ganz unterschiedlich gesehen. Die aktuelle Befragung von 32 Marktsprechern, bei insgesamt 86 erfassten „Bauernmärkten“, ergab, dass die Anzahl der landwirtschaftlichen Direktvermarkter auf den Märkten von 100 Prozent bis zu null Prozent variiert. Erfasst wurden von der Marketinggesellschaft alle Märkte, die sich „Landfrauen-“, „Bauern-“„ oder „Ökomarkt“ nennen. Neben Direktvermarktern sind auch Bäcker, Fleischer, Blumenhändler, Gärtnereibetriebe, Anbieter von Kunsthandwerk und andere Non-Food-Anbieter auf diesen Märkten zu finden.

Berücksichtigt werden muss bei der Analyse auch, dass nur ein Drittel der erfassten Märkte in Städten regelmäßig wöchentlich das ganze Jahr über stattfindet. Zwei Drittel sind saisonale Veranstaltungen, von denen wiederum die Hälfte nur ein oder zweimal im Jahr öffnen. Diese Märkte haben einen mehr oder weniger ausgeprägten Eventcharakter und unterscheiden sich daher grundlegend von den Bauernmärkten in großen Städten.

Auf dem Land sind besonders auch Touristen eine wichtige Zielgruppe dieser Anbieter, in der Stadt ist vor allem das Angebot der direktvermarktenden Landwirte gefragt, weshalb ihr Anteil dort auf bis zu 100 Prozent steigt. Während die Marktbeschicker auf dem Land kaum Konkurrenz durch die zunehmende Anzahl regionaler Produkte im Lebensmitteleinzelhandel sehen, fürchten die Direktvermarkter auf den (groß)städtischen Bauernmärkten genau dies. 80 Prozent der befragten Marktbeschicker sehen im Lebensmitteleinzelhandel die größte Konkurrenz für ihr Angebot. Dennoch gehen aktuell 92 Prozent der Befragten davon aus, dass es ihren Markt auch in zehn Jahren noch geben wird. 2006 teilten nur 84 Prozent diese Einschätzung. Der Nachfragetrend zu regionalen Produkten ist also noch in vollem Gang, lautet deshalb die Schlussfolgerung der Experten von der Marketinggesellschaft.

Ausführlicher Bericht zur Studie (PDF mit Genehmigung des Deutschen Landwirtschaftsverlages).